Kernwerte finden — Schritt für Schritt
Eine praktische Anleitung, um deine echten Werte zu identifizieren und von gesellschaftlichen Erwartungen zu unterscheiden.
Ein lebendiges Dokument, das mit dir wächst. Wie du dein Leitbild schreibst, nutzt und immer wieder anpasst — damit es wirklich dein Leben leitet.
Ein Leitbild ist nicht einfach eine schöne Formulierung. Es’s die Grundlage für Entscheidungen, die du triffst. Ohne klares Leitbild driftest du. Mit einem Leitbild hast du einen Kompass.
Das Wichtigste: Dein Leitbild ist nicht in Stein gemeißelt. Es wächst mit dir. Vor zehn Jahren hattest du andere Prioritäten als heute. In zehn Jahren wird sich dein Leben wieder verändern. Ein echtes Leitbild entwickelt sich mit dir mit.
Es gibt verschiedene Ansätze, ein Leitbild zu schreiben. Der Ansatz, der hier funktioniert, hat vier klare Teile:
Die drei bis fünf Werte, die dir wirklich wichtig sind. Nicht, was du glaubst, dass dir wichtig sein sollte — sondern was dir ehrlich wichtig ist.
Warum bist du hier? Was ist dein Beitrag — nicht für die Welt im großen Ganzen, sondern für die Menschen um dich herum?
Wo willst du in fünf Jahren sein? Nicht die großen Träume, sondern die realistischen, durchdachten Richtungen.
Wie möchtest du sein? Wie sollen Menschen dich beschreiben? Das ist die praktische Seite — dein Leitbild in Aktion.
Dein Leitbild muss nicht perfekt sein. Es darf sich holperig anfühlen. Es darf unpräzise sein. Mit der Zeit wird es klarer. Viele Menschen schreiben ihr Leitbild mehrmals um — das ist genau richtig so.
Fang an. Nimm dir zwei bis drei Stunden Zeit. Nicht am Computer — schreib mit der Hand. Das verlangsamt dich und zwingt dich, präziser zu sein.
Schreib für jeden der vier Bausteine ein bis zwei Absätze. Nicht perfekt. Nur ehrlich. Dinge wie “Ich möchte ein guter Vater sein” oder “Kreativität ist mein Kompass” sind absolut in Ordnung. Du brauchst keine philosophischen Formeln.
Nach dem ersten Entwurf: Lass ihn zwei bis drei Tage liegen. Lies ihn dann nochmal. Welche Sätze fühlen sich wahr an? Welche nicht? Streiche durch, ergänze, überarbeite.
Ein Leitbild, das in einer Schublade liegt, hilft dir nicht. Es muss aktiv sein. Das bedeutet konkret:
Du brauchst dein Leitbild nicht jede Woche zu überarbeiten. Aber es sollte sich entwickeln. Hier sind die richtigen Zeitpunkte für Updates:
Neuer Job, Trennung, Elternschaft, Umzug ins Ausland. Solche Ereignisse ändern dich. Dein Leitbild sollte das widerspiegeln.
Einmal pro Jahr — vielleicht zum Neujahr oder zu deinem Geburtstag — nimm dir Zeit. Ist das noch dein Leitbild? Oder hat sich etwas verschoben?
Du merkst, dass du nicht danach lebst? Dass ein Wert dir nicht mehr wichtig ist? Dann ist es Zeit, neu zu schreiben. Dein Leitbild muss sich echt anfühlen.
Du brauchst nicht alles richtig zu machen. Du brauchst nicht die perfekten Worte. Du brauchst nur ehrlich zu sein. Schreib auf, wofür du stehst. Wie du leben möchtest. Was dir wirklich wichtig ist.
Das ist dein Leitbild. Es wird sich ändern. Das ist gut so. Ein echtes Leitbild lebt mit dir mit.
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